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Roche Dr. Simona Ceccarelli, Senior Principal Scientist und Chairwoman des Basel Innovation Councils, spricht über ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber.
Dr. Ceccarelli, Sie sind Senior Principal Scientist bei Roche. Wie kamen Sie zu dieser verantwortungsvollen Position? Ich habe in Mailand Chemie studiert und meine Doktorarbeit geschrieben. Anschliessend ging ich nach Aachen, um dort mein Postdoktorat zu machen. Die naturwissenschaftlichen Fächer haben mich schon immer fasziniert – deshalb habe ich in Mailand auch ein wissenschaftliches Gymnasium besucht. Die Arbeit der Roche kannte ich natürlich schon vorher, im Rahmen eines fachlichen Austausches konnte ich den Forschungsbetrieb des Unternehmens unverbindlich kennenlernen. Als ich danach ein spannendes Jobangebot erhielt, kam ich nach Basel. Dass ich damals den Schritt in die Forschung gewagt habe, habe ich nie bereut: Sie ist meine Leidenschaft.
Weshalb wagen sich Ihrer Meinung nach nur wenige Frauen in die Forschung? Die Arbeit in der Forschung ist sehr spannend, kein Tag ist wie der andere. Ich kann mir gut vorstellen, dass für viele Frauen die Forschung trotzdem per se nicht in Frage kommt, weil sie vermuten, dass in diesem Feld Familie und Karriere nicht unter einen Hut zu bringen sind. Natürlich kann man sich keine längeren Auszeiten leisten und erst nach mehreren Jahren wieder einsteigen. Man muss am Ball bleiben und sein Fachwissen in dieser dynamischen Branche stets «aktualisieren». Für mich war aber klar, dass ich auch als Mutter weiterhin arbeiten möchte. Roche bietet hierfür die idealen Voraussetzungen: Als ich mein erstes Kind bekam, konnte ich mir eine längere Auszeit nehmen und anschliessend wieder meine Aufgaben übernehmen. Nun erwarte ich mein zweites Kind; der Ersatz für meine sechsmonatige Auszeit ist bereits organisiert und ebenfalls meine Rückkehr, nach der ich mein aktuelles Stammzellenprojekt wieder übernehmen werde. Auch was Präsenzzeiten und Flexibilität betrifft, ist die Arbeit hier angenehm, niemand schaut auf die Zeit, die man effektiv im Büro ist. Schlussendlich geht es nur darum, dass die Arbeit gemacht ist. Ich geniesse viele Freiheiten und kann meine Zeit selbst einteilen, was ich sehr schätze. Mein Beruf erfordert aber deshalb nicht nur die Fähigkeit, analytisch zu denken, sondern auch Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen.
Haben Sie als Frau in der Forschung Vor- oder Nachteile? Frauen haben in der wissenschaftlichen Forschung genau die gleichen Karrierechancen wie Männer. Das Geschlecht spielt keine Rolle, was zählt, sind Fähigkeiten und Fachwissen. Ich geniesse aber auch gewisse Vorzüge: Frauen in der wissenschaftlichen Forschung sind sichtbarer. So stehen mir stets viele Möglichkeiten und Türen offen. Mit gemischten Teams wird dem Diversity-Gedanken Rechnung getragen.
Wie sehen Ihre Aufgaben konkret aus? Ich bin für die Überwachung eines Labors zuständig, das neue Medikamente entwickelt. Ich versorge meine Mitarbeiter mit Arbeit beziehungsweise Forschungsaufträgen. Hinzu kommt die Koordination mit Biologen, Pharmakologen und Toxikologen, die allesamt bei der Entwicklung eines neuen Medikaments beteiligt sind. Ich arbeite grösstenteils mit Männern zusammen – werde als Frau aber voll und ganz akzeptiert und respektiert. Es ist toll, in einem derart internationalen Umfeld tätig zu sein. In Basel – dem europäischen Epizentrum der Pharmazeutischen Forschung und Entwicklung – arbeiten Forscher aus rund 130 unterschiedlichen Nationen zusammen. Ich bin dabei immer wieder überrascht, wie gut, ehrlich und einfach die Kommunikation untereinander funktioniert. In Meetings wechseln wir teilweise vom Deutschen ins Französische und dann ins Englische, weil immer neue Teilnehmer hinzukommen. Ich liebe diesen Sprachensalat.
DAS UNTERNEHMEN www.roche.com
Anzahl Angestellte: Über 10'000 in der Schweiz, mehr als 80'000 weltweit 46% Frauen, 54% Männer 16% Frauen in Führungspositionen
Fakten zum Unternehmen: Führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics
Was bietet Ihr Unternehmen speziell für Frauen: Flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuung inhouse, Weiterbildung, Talentförderung, Frauennetzwerke, Work-Life-Balance-Programme, Beratung
Roche Roche bietet einmalige Karriereperspektiven