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Beim Bundesliga-Trainer Thorsten Fink hat sich schon als Kind alles um den Fussball gedreht.
Nach seiner aktiven Karriere als Spieler, feierte er als Trainer mit dem FC Basel grosse Erfolge und wurde zwei Mal in Folge Schweizer Meister. Aktuell steht Thorsten Fink beim Bundesligisten Hamburger SV unter Vertrag. Standen Sie einmal vor der Wahl sportliche- oder berufliche Karriere? Nein, das war bei mir nie ein Thema. Als ich den Sprung in die 2. Mannschaft von Borussia Dortmund schaffte, war für mich klar, dass ich Fussballprofi werden möchte. Mein Vater beharrte aber darauf, dass ich mir ein zweites Standbein aufbaue, also habe ich nebenher eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Welches Studium würde Sie am meisten interessieren und weshalb? Ausser Sport fällt mir da nicht viel ein. Höchstens noch Fremdsprachen – Spanisch beispielsweise finde ich eine faszinierende Sprache. Ich mag das Land, die Menschen dort, das Essen und die spanische Lebensfreude. Ich kann mir gut vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Vielleicht mache ich nach meiner Trainerkarriere eine Bar in Spanien auf (lacht). Wie reagieren Sie, wenn einer Ihrer Spieler den Wunsch äussert, neben dem Fussball ein Studium zu absolvieren? Natürlich finde ich es sinnvoll, wenn sich Spieler bilden möchten. Aber nicht immer ist das mit dem Fussball vereinbar. Junge Spieler in der Super League wie Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri beispielsweise sind nicht nur beim Club sondern auch in der Schweizer Nationalmannschaft absorbiert. Da bleibt kaum Zeit, um nebenher ein Studium zu absolvieren. Später, nach der aktiven Karriere als Profisportler, hat man aber immer noch die Möglichkeit, sich aus- oder weiterzubilden. Sie wurden mit dem FC Basel schon zwei Mal Schweizer Meister und trainieren nun einen Bundesliga-Verein. Welche Werte bzw. Fähigkeiten haben Ihnen zum sportlichen Erfolg verholfen? Schon als Spieler war ich sehr ehrgeizig, hartnäckig und habe für meine Ziele gekämpft. Kam hinzu, dass ich mich wie ein Profi verhalten habe. Natürlich ging ich abends auch mal weg, nur wusste ich genau, wann ich besser zu Hause bleiben sollte (lacht). Meine Einstellung und mein Engagement haben mich sicher so weit gebracht, fussballerisches Talent hatte ich auch, aber das haben viele. Irgendwann trennt sich die Spreu vom Weizen. Selbstvertrauen und Spass an dem zu haben was man macht, ist meiner Meinung nach ebenfalls Voraussetzung, um erfolgreich zu sein. Im Fussball halten oftmals die Frauen Ihren Männern den Rücken frei. Was halten Sie davon, wenn Frauen Karriere machen wollen? Ich möchte nicht so weit gehen und behaupten, dass die Frau an den Herd gehört (lacht). Aber die Partner müssen gemeinsam vereinbaren, wer auf die Kinder aufpasst und wer das Geld verdient. Wenn beide Karriere machen wollen, geht das natürlich nicht. Wir haben uns bewusst für eine Familie entschieden und möchten für die Kinder da sein. Meine Frau hält mir im Moment den Rücken frei und kümmert sich um unsere beiden Kinder. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich nach meiner Karriere etwas zurückstecke und sie ihre beruflichen Ziele oder Träume verwirklichen kann, falls sie Lust dazu hat. In Ihrem Beruf sind Sie tagtäglich mit Leistungsdruck konfrontiert. Wie und bei was können Sie am besten abschalten? Ich mag diesen Leistungsdruck. Es ist doch gut, dass ich mit meiner Arbeit Erfolg haben muss, das motiviert mich. Ausserdem bin ich überzeugt, dass ich mir in den letzten Jahren ein gutes Netzwerk aufbauen konnte – ich habe also keine Angst davor, dass ich irgendwann um meine Existenz kämpfen muss. Ich denke optimistisch, irgendein Türchen geht immer auf. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Wenn ich nach Hause zur Familie komme, schalte ich automatisch ab. Meine beiden Kinder und unser Hund halten mich immer auf Trab. Wenn es die Zeit zulässt, spiele ich ausserdem gerne Golf. Wie langfristig planen Sie Ihre weitere Karriere? Welche Ziele setzen Sie sich? Ich plane meine Karriere gar nicht. Ich lebe im Hier und Jetzt und bin gespannt, was alles kommt. Als Realist weiss ich, dass im Fussball alles sehr schnell gehen kann. Der Weg nach oben ist genauso schnell wie der nach unten.
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