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Nur wenige Frauen mit einem naturwissenschaftlichen Studium in der Tasche wagen den Schritt in die Forschung.
John Dalton, Albert Einstein oder Pythagoras von Samos: Alle drei sind bedeutende Forscher im Bereich der Naturwissenschaften. Und: Sie alle sind männlich. Noch immer wagen sich nur wenige Frauen in die spannende Welt der wissenschaftlichen Forschung. Dabei sind gerade Chemie und Biologie bei Studentinnen beliebt, diese Fächer werden im Gegensatz zu Physik oder Mathematik kaum noch von Männern dominiert. «Während meiner Studienzeit waren die Hälfe der Mitstudierenden weiblich», bestätigt auch Simona Ceccarelli. Die 37-Jährige hat in Mailand Chemie studiert und ihre Doktorarbeit geschrieben, bevor sie nach Aachen ging, um dort das Postdoktorat zu machen. Heute arbeitet Simona Ceccarelli in der medizinal-chemischen Forschung – einem Bereich, indem sie als Frau immer noch eine Minderheit darstellt. Beim Basler Pharmaunternehmen «Roche» leitet sie ein Labor, das neue Medikamente entwickelt. «Die Arbeit ist sehr spannend, kein Tag ist wie der andere», sagt sie. Die gebürtige Italienerin bezeichnet die Forschung als ihre grosse Leidenschaft und hat darin ihren Traumberuf gefunden. Sie ist überzeugt, dass für viele Frauen die Forschung per se nicht in Frage kommt, weil sie vermuten, dass in diesem Feld Familie und Karriere nicht unter einen Hut zu bringen sind. «Natürlich kann man sich keine längeren Auszeiten leisten und erst nach mehreren Jahren wieder einsteigen», sagt Ceccarelli. Man müsse stets am Ball bleiben und sein Fachwissen in dieser dynamischen Branche stets «aktualisieren». «Für mich war aber klar, dass ich auch als Mutter weiterhin arbeiten möchte», sagt sie. Simona Ceccarelli hat eine 3-jährige Tochter und bezeichnet ihre Familie als ihr grösstes und liebstes Hobby. «Sie erlaubt mir, nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten», so Ceccarelli. Ausserdem hat die Chemikerin viele Freiheiten, «niemand schaut auf die Zeit, die man effektiv im Büro ist. Schlussendlich geht es nur darum, dass die Arbeit gemacht ist». Natürlich erfordere ihre Tätigkeit viel Disziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, analytisch zu denken. Auch das zehnjährige Studium sei kein Zuckerschlecken gewesen. Gleiche Chancen wie Männer Simona Ceccarelli ist in ihrer Funktion als Laborleiterin für die Überwachung des Labors zuständig und versorgt ihre Mitarbeiter mit Arbeit beziehungsweise Forschungsaufträgen. Hinzu kommt die Koordination mit Biologen, Pharmakologen und Toxikologen, die allesamt bei der Entwicklung eines neuen Medikaments beteiligt sind. «Ich arbeite grösstenteils mit Männern zusammen – werde als Frau aber voll und ganz akzeptiert und respektiert.» Frauen hätten in der wissenschaftlichen Forschung genau die gleichen Karrierechancen wie Männer, sagt sie. Das Geschlecht spiele keine Rolle, was zählt, seien Fähigkeiten und Fachwissen. Dennoch sind in Ceccarelli’s Abteilung nur etwa 15% der Laborleiter weiblich. Das bringe aber auch Vorzüge mit sich: «Frauen in der wissenschaftlichen Forschung sind sichtbarer», sagt sie. So stünden ihr stets viele Möglichkeiten und Türen offen. Und nicht zuletzt wird mit gemischten Teams dem Diversity-Gedanken Rechnung getragen. «Konkrete Karriereziele setze ich mir nicht», sagt sie. Im Moment gebe es äussert selten ein Tag, an dem sie sich nicht auf die Arbeit freue, «solange das so bleibt, bin ich glücklich». Spannendes Umfeld Simona Ceccarelli hat sich also in den Bereich der wissenschaftlichen Forschung gewagt und es nie bereut. Sie möchte auch anderen Frauen mit einem naturwissenschaftlichen Studium in der Tasche Mut machen, sich auf das «Abenteuer Forschung» einzulassen. «Mir gefällt es auch sehr, in diesem internationalen Umfeld zu arbeiten», erzählt sie. In Basel – dem europäischen Epizentrum der Pharmazeutischen Forschung und Entwicklung – würden Forscher aus rund 130 unterschiedlichen Nationen zusammenarbeiten. «Ich war überrascht, wie gut, ehrlich und einfach die Kommunikation untereinander funktioniert». Um den heissen Brei wird nicht geredet. Klare Aussagen und deutliche Formulierungen sind gefragt. Sei dies in Italienisch, Deutsch, Französisch oder Englisch. «Es kam auch schon vor, dass wir an einem Meeting vom Deutschen ins Französische und dann ins Englische gewechselt sind, weil immer neue Teilnehmer hinzukamen», erzählt Simona Ceccarelli lachend. «Ich liebe diesen Sprachensalat». Man sieht und spürt es: Die Chemikerin hat in der Forschung nicht nur ihren Traumjob, sondern auch ihre Bestimmung gefunden. Studierende im Herbstsemsester 2009 an der Universität Basel:
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