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Wer sich nach dem Studium selbstständig macht, kann eigene Ideen verwirklichen und sein Arbeitspensum selbst bestimmen.
Immer mehr junge Leute entscheiden sich für den Weg in die Selbstständigkeit. «Statistiken führen wir zwar keine, wir spüren aber, dass das Interesse an der Selbstständigkeit deutlich zugenommen hat». Dies sagt Philipp Winteler, Projektleiter bei venturelab, dem Trainingsprogramm des Bundes für Startup-Unternehmen. Die Gründe dafür sieht er einerseits in den zahlreichen Förderprogrammen und Informationsveranstaltungen für potenzielle Jungunternehmer, «das Angebot wurde massiv ausgebaut». Andererseits habe die Finanzkrise gezeigt, dass auch scheinbar umsatzstarke Unternehmen Arbeitsplätze nicht garantieren können. Und last but not least sei es einfach attraktiv, sein eigener Chef zu sein. Philipp Winteler rät den jungen Leuten deshalb, eigene Geschäftsideen weiterzuverfolgen, sich beraten zu lassen und etwas zu wagen. «Mehr als schiefgehen kann es nicht», meint er augenzwinkernd. Genau das hat sich Johannes Reck auch gedacht. Er hat den Schritt in die Selbstständigkeit nach seinem Studium an der ETH Zürich gewagt und ihn niemals bereut. «Die Geschäftsidee für unsere Online-Plattform ‹Get your Guide› entstand gemeinsam mit drei Kollegen während dem Studium », erzählt er. «Wir sind alle gerne gereist. Dabei fiel uns auf, dass man alles mögliche über das Internet buchen kann – Hotel, Flug, Auto», so Reck. Aber eine Plattform für die Buchung von Ausflügen, Touren oder sportliche Aktivitäten vor Ort, das habe gefehlt. Mut zum Risiko Also haben sich die vier Studienkollegen an die Entwicklung einer entsprechenden Online-Plattform (www.getyourguide.com) gemacht. «Wir hatten eine Idee und dank unserem Studium das notwendige technische Know-How». Gesagt, getan! Ursprünglich sei es gar nicht ihr Ziel gewesen, «Get your Guide» professionell zu betreiben. «Wir haben aber gemerkt, dass unsere Plattform sehr gut ankam und viel Aufmerksamkeit erregte», erzählt der Jungunternehmer. Anbieter von Rafting- oder Sightseeing-Touren seien auf die vier damaligen Studenten zugekommen und wollten im Internet professionell vermarktet werden – natürlich gegen Bezahlung: «Uns wurde klar, dass wir eine Marktlücke entdeckt haben». Dank Beteiligung an Förderprogrammen und einem finanziellen Zustupf der Zürcher Kantonalbank - «ihnen hat unsere Idee so gut gefallen» - hatten die vier Jungunternehmer das notwendige Startkapital um eine GmbH zu gründen. Das war vor zwei Jahren. Heute hat sich «Get your Guide» als erfolgreiche Online-Plattform etabliert und beschäftigt zusätzlich fünf Mitarbeiter. Johannes Reck weiss, dass er als Unternehmer mehr arbeitet wie jemand, der bei einem Unternehmen angestellt ist. «Hinzu kommt, dass ich auch noch weniger Geld verdiene», sagt er lachend. Das sei für ihn aber nicht entscheidend. Etwas im Unternehmen bewirken und den zukünftigen Erfolg mit eigenen Ideen sichern und wahren – das liegt ihm am Herzen. Leidenschaft und Durchhaltevermögen hat Johannes Reck. Einen Plan für die Zukunft auch. «Als Jungunternehmer ist es wichtig, über den Tellerrand zu blicken und bereits an die nächsten Geschäftsjahre zu denken», sagt er, zum Beispiel indem man einen Businessplan erstelle. Angst vor einem Misserfolg hat er nicht. Hatte er auch nie. «Wenn unsere Geschäftsidee nicht erfolgreich gewesen wäre, wäre ich kaum auf der Strasse gelandet», meint er augenzwinkernd. Mit einem ETH-Abschluss in der Tasche hätte er sich dann wohl oder übel auf eine Stelle beworben - und ins «Angestelltensein» gewechselt. Wer sich selbstständig machen will, braucht auf der einen Seite eine gute Idee, auf der anderen Seite ein gutes Team um sich. Dazu Philipp Winteler von venturelab: «Schliesslich steht der Mensch im Zentrum. Wenn jemand wirklich an seine Idee glaubt und zusätzlich gute Leute um sich hat, kann ein Geschäftsmodell auf jeden Fall erfolgreich sein und sich auf dem Markt bewähren.» Es sei auch wichtig, sich mit anderen Leuten über die Idee auszutauschen und in einem ersten Schritt zu erfahren, ob die Idee auch bei potenziellen Kunden und Konsumenten auf Begeisterung trifft. Philipp Winteler rät weiter, auf jeden Fall die Anlaufstellen und Förderprogramme von Bund und Privaten zu nutzen.
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